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Herzinfarkt

Die schleichende Gefahr

Erkrankungen des Blutgefäßsystems stellen – laut Statistik - die häufigste Todesursache dar. Der Herzinfarkt hat hier den überwiegenden Anteil. Als Ursache für einen Herzinfarkt sind in der Regel atherosklerotische Veränderungen der Herzkranzgefäße, sogenannte „Koronararterien“, verantwortlich.

Atherosklerose tut zunächst nicht weh. Die Bildung von Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen geschieht vorerst unbemerkt und symptomfrei. Selbst Gefäßverschlüsse von bis zu 80 Prozent werden nicht unbedingt bemerkt. Dabei beginnt die Bildung von Gefäßablagerungen oftmals schon früh in der Jugendzeit.

Symptome für eine ernsthafte Veränderung an den Koronararterien zeigen sich oftmals nur durch einen Verlust der Belastbarkeit und erhöhten Blutdruck. Der Patient reagiert zunehmend gereizt und nervös, vermeidet körperliche Anstrengungen. Wege, die zuvor zu Fuß oder Fahrrad erledigt wurden, werden nun per Fahrstuhl oder Auto genommen. Oft ist er müde und antriebslos. „Mit mir ist echt nix mehr los, was habe ich früher bloß alles geschafft!“ sind häufige Aussagen.
Risikofaktoren, wie eine familiäre Vorbelastung „Der Herzinfarkt beziehungsweise Schlaganfall liegt in der Familie“, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck begünstigen die Entstehung von Gefäßablagerungen. Ebenso ist der Herzinfarkt nur zu oft eine Komplikation eines schlecht eingestellten Diabetes.

Eine Gefäßablagerung, die durch eine Verkalkung stabilisiert wurde, löst allein noch keinen Infarkt aus. Gefährlich wird es dann, wenn eine solche verkalkte Stelle instabil wird und aufreißt. Dies passiert oftmals unter körperlicher und/oder seelischer Belastung. Durch das Aufreißen einer solchen Gefäßverengung - „Ruptur des Plaques“ - entsteht in dem Gefäß eine innere Wunde, an der Blutplättchen und Fibrin ein Gerinnsel analog der Verschorfung von Hautwunden bilden. Das Gefäß wird komplett verschlossen. Das dahinter liegende Herzmuskelgewebe wird nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und stirbt dadurch ab. Dieser Prozess der Mangelversorgung “Ischämie“ wird durch heftige Krämpfe und Schmerzen in der Brust begleitet, die bis in den linken Arm hinein ausstrahlen können. Der betroffene Patient empfindet diese Krampfattacke „Vernichtungsschmerz“ oft als existenzielle Bedrohung, im Sinne von „Todesangst“, begleitet von heftiger Atemnot oder einem Engegefühl in der Brust.


Die Geschlechter sind unterschiedlich häufig und intensiv von einem Herzinfarkt betroffen. Mehr Männer als Frauen erleiden einen Herzinfarkt. Auch ist die Intensität des Infarktgeschehens bei Männern eher heftiger als bei Frauen. Bei Frauen zeigt sich der Infarkt oftmals „nur“ als Magen- und Rückenschmerz und wird dementsprechend vielfach falsch gedeutet. Viele Infarkte verlaufen jedoch auch „stumm“. Oftmals wird dann der Infarkt nur über ein Routine-EKG entdeckt.


Bei frischen Infarkten ist eine rasche Behandlung und Versorgung des Patienten auf einer Intensivstation essentiell für den weiteren Heilungsverlauf. Gelingt es dem Notfallteam während der Erstversorgung das Gerinnsel wieder aufzulösen und die Unterversorgung des Gewebes „Ischämiezeit“ zu verkürzen, sind die weiteren Krankheitsverläufe eher günstig.

Auf jeden Fall steht nach dem Infarkt die Analyse der Ursachen für die Erkrankung an. Konsequenzen daraus sind die Umstellung der Lebensverhältnisse, wie Ernährung und Bewegung, sowie die Einleitung einer medikamentösen Therapie zur Senkung der Blutfette und des Blutdruckes. Erst wenn diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen, wird die Aufnahme des Patienten in ein Aphereseprogramm erwogen.